Echt Öko: der Ambootia Tea Garden in Darjeeling

in Tea-Mag

Seit ca. 170 Jahren wird in Darjeeling Tee angebaut und die Menschen in Darjeeling haben inzwischen sehr viel darüber gelernt. Sie lebten und leben mit und von der Teepflanze - diese ist die wichtigste Existenzgrundlage, damals wie heute.

Der Ambootia Tea Garden erstreckt sich über 350 ha Land am Fuße der Himalaya-Berge und hat eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich:

Ende der 1990er Jahre kränkelte der Ambootia Tea Garden vor sich hin. Die Böden ausgelaugt, die Teepflanzen schwach und anfällig für Krankheiten, die Qualität inakzeptabel: der Garten musste geschlossen werden. Nach vielen Jahren extensiver Bewirtschaftung und dem Einsatz von chemischen Düngemitteln ging es inzwischen mehreren Teegärten in Darjeeling sehr schlecht. Das indische Wirtschaftsministerium griff daraufhin zu einer ungewöhnlichen Maßnahme, die auf Artikel 16 des sog. "Tea Act" von 1953 basierte, der besagt, dass wenn ein Teegarten länger als 3 Monate geschlossen ist, der Teegarten ein neues Management bekommen kann.(1) Daraufhin ließ das zuständige "Tea Board" einige der geschlossenen Teegärten versteigern. Die Bieter mussten bestimmte Anforderungen erfüllen, so z.B. über genug finanzielle Reserven verfügen und einen Geschäftsplan für die folgenden 3 Jahre mitbringen. Im Gegenzug wurden ihnen gesetzliche Abgaben erlassen und sie erhielten die seltende Gelegenheit, einen Teegarten in Darjeeling zu ersteigern.

Die Ambootia Tea Group wurde der neue Besitzer und bewirtschaftet bis heute ökologisch und erfolgreich diesen Teegarten.

Zu Beginn wurden viele Maßnahmen ergriffen, die sich inzwischen als richtig erwiesen haben: es wurde ein sog. biodynamisches Managementsystem aufgebaut, das auf ökologische Landwirtschaft umstellte, die sozialen Lebensbedingungen verbesserte und damit den Fair-Trade-Anforderungen entsprechen konnte. Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Ideen umgesetzt: Natürlicher Dünger durch Einsatz von Kompost, Anbau von Hülsenfrüchten und Kräutern zur Erhöhung des Nährstoffgehaltes des Bodens, umfangreicher Anbau von Bäumen, die Schatten spenden und das hügelige Land stabilisieren, Pflanzung von Bodendeckern zur Abwehr von Unkraut, natürliche Schädlingsbekämpfung durch Ansiedlung von speziellen Vogelarten, die natürliche Fressfeinde dieser Schädlinge sind. Diese Maßnahmen machten den Garten wieder wettbewerbs- und zukunftsfähig. Die Arbeits- und Lebensbedingungen für die Arbeiter konnten weiter verbessert werden. Neue Produkte wurden entwickelt und der Einsatz von hydro-elektrisch betriebenen Maschinen trug weiter zur Steigerung der Produktivität bei.

Die ökologische Landwirtschaft war ein Abenteuer, bei dem finanzielle Einbußen vorprogrammiert waren, aber durch sie bekam der Garten nun auch Zugang zur Vermarktung von biologischen Teesorten und konnte durch höhere Verkaufspreise die Verluste etwas ausgleichen. Im Jahr 2002 veröffentlichte Greenpeace UK Fallstudien zum Thema "The Real Green Revolution", eine davon beschreibt diese grüne Revolution des "Ambootia Tea Garden"(2).

Image- und Infofilm:

Interview mit Nibir Bordoloi, Ambootia Tea Group, Darjeeling, India:

 

Der Ambootia Tea Garden ist u.a. Demeter- und Naturland-zertifiziert. Hier finden Sie den Teegarten bei Google-Maps, inklusive Fotos aus der Umgebung.

Wir bieten einen Schwarzen Tee Ambootia Bio 1st flush in FTGFOP1-Qualität an.

(1) Quelle: Economic Times, 15.06.2007
Im Jahr 2007 lagen 14 Teegärten im Distrikt West Bengalen brach, in denen ca. 17.000 Menschen beschäftigt waren.

(2) Quelle: Greenpeace UK: The Real Green Revolution, S. 35